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Genetik, Mechanismen und Therapien von seltenen Knochenerkrankungen

medizinischegenetik 4 - 2019
Wissenschaftliche Koordination: Uwe Kornak, Ralf Oheim
Kurze Zusammenfassung
Während die humangenetische Forschung und Diagnostik spätestens seit der Entdeckung von Typ 1 Kollagen Mutationen als Ursache der Osteogenesis imperfecta (OI) in den 80er Jahren einen festen Platz in der pädiatrischen Osteologie hat, spielte sie bis vor Kurzem in der Erwachsenen-Osteologie kaum eine Rolle. Dies lag einerseits daran, dass die Diagnose der Early-Onset Osteoporose (EOOP) – wenn sie als klinisches Merkmal allein stand – hinsichtlich einer zugrundeliegenden Pathologie schwer einzuordnen und damit eine Einzelgenanalyse wenig erfolgversprechend war. Andererseits wurde selbst bei klinischem Verdacht auf Vorliegen einer OI häufig auf eine molekulargenetische Bestätigung verzichtet, u.a. mit Hinweis auf die vormals hohen Kosten (103 Exons für COL1A1 und COL1A2). Ein Argument, das sich seit Einführung des Next Generation Sequencing (NGS) in der molekulargenetischen Diagnostik erheblich relativiert hat. Zudem war den behandelnden KollegInnen erwachsener PatientInnen mit Knochenkrankheiten oft die klinische Relevanz eines Mutationsbefundes zu gering. Dies lag vor allem daran, dass dabei „klinische Relevanz“ mit „therapeutischer Konsequenz“ gleichgesetzt wurde. Lange Zeit waren in der Tat die Therapie-Optionen für die Krankheitsentität EOOP sehr beschränkt. Bei fast allen Formen von erhöhter Frakturneigung waren die Bisphosphonate das Mittel der Wahl, bzw. die einzig vorhandene Option. Patient- Innen mit Hypophosphatämie wurden durch Gabe von Phosphat und bei Bedarf mittels operativer Korrektureingriffe behandelt, während man bei PatientInnen mit Hypophosphatasie vor allem auf die Schmerztherapie fokussierte. Bei anderen Erkrankungen wieder Fibrodysplasia ossificans progressiva gab es noch nicht einmal diese symptomatisch palliativen Ansätze. In den letzten Jahren konnten jedoch entscheidende Fortschritte in der medikamentösen Therapie verschiedener seltener Knochenkrankheiten erzielt werden, die unter anderem in diesem Themenheft vorgestellt werden sollen.
Schwerpunkt Bild
Hintergrundbild: U.Kornak / Graphik: F. Barvencik / Bildcollage: GfH Brigitte Fiedler

Inhalt

Einführung zum Thema: Seltene Knochenerkrankungen
Kornak Uwe, Oheim Ralf Download PDF

Hereditäre hypophosphatämische Rachitis
Oheim Ralf, Hiort Olaf Download PDF

Hypophosphatasie – eine klinisch und genetisch variable Erkrankung
Jandl Nico Maximilian, Volk Alexander, Barvencik Florian Download PDF

Osteogenesis imperfecta – Pathophysiologie und aktuelle Behandlungsstrategien
Rehberg Mirko, Etich Julia, Leßmeier Lennart, Sill Helge, Netzer Christian, Semler Oliver Download PDF

Monogene frühmanifeste Osteoporose und Altersosteoporose – ein Kontinuum
Kornak Uwe, Oheim Ralf Download PDF

Genetics and future therapy prospects of fibrodysplasia ossificans progressiva
Rauner Martina, Seefried Lothar, Shore Eileen Download PDF

Osteogenesis imperfecta – Pathophysiologie und aktuelle Behandlungsstrategien
Rehberg Mirko, Etich Julia, Leßmeier Lennart, Sill Helge, Netzer Christian, Semler Oliver Download PDF